Immunhistochemie

Mit Hilfe der Immunhistologie lassen sich verschiedene Immunzellen (z.B. CD3, CD4, CD8, CD45RO, LFA1, zytotoxische T-Zellen, Makrophagen) in RNAlater-fixiertem Gewebe differenzieren und quantifizieren. Hierbei muss hervorgehoben werden, dass die Spezifität und Sensitivität der Immunhistologie bei der Verwendung von RNAlater fixiertem Gewebe gegenüber Formalin-fixiertem Gewebe deutlich erhöht ist. Darüber hinaus werden weitere immunologische Parameter (z.B. HLA-DR, ICAM, VCAM, PAI-1) mit Hilfe immunhistologischer Methoden analysiert. Die Auswertung der gefärbten Schnitte erfolgt durch eine digitale Bildauswertung und Quantifizierung der infiltrierenden Immunzellen. Eine abschließende Befundung erfolgt durch einen Arzt. Repräsentative Aspekte werden aufgenommen und dem Einsender mitgeschickt.

Anhand von prospektiven Analysen an großen Patientenkollektiven ist es uns gelungen, durch die Quantifizierung der verschiedenen Immunzellen prognostische Aussagen zu treffen, welche dann einen wesentlichen Einfluss auf die Therapieempfehlung haben.

Serviceangebote Immunhistochemie

  • Gewebefixierung (RNAlater) und Lagerung nach GLP/GCP
  • Anfertigung von Gefrierschnitten mittels Kryomikrotom
  • Antikörperfärbungen
  • Fluoreszenz- und Lichtmikroskopie
  • Digitale Vermessung und Auswertung gefärbter Zellen oder Gewebeabschnitte
  • Befundung/Begutachtung der gefärbten Präparate inklusiver Auswertung numerischer Werte
  • Digitalbilder repräsentativer Aspekte
  • Archivierung der Befunde, Gewebeblöcke und Präparate nach GLP/GCP

Zusätzliche Bestimmungen/Färbungen

  • Färbung verschiedener Immunzellen (CD4+, CD8+)
  • ARVC/D-Nachweis (Plakoglobin, Connexin 43, N-Cadherin)
  • Spezialfärbungen bei Verdacht auf Speichererkrankungen: Amyloidose (Kongorot-Färbung), HCM, M.Fabry (CD77, Toluidinblau), Hämochomatose (Fe-Färbung)
  • Endothelaktivierung (CD31, VCAM)
  • Kollagenexpression (Col I-, Col III-, Sirius-Färbung)
  • Makrophagen Differenzierung (M1, M2)

Nachweis der Amyloidose und Amyloid-Differenzierung / Subtypisierung

Amyloidose ist eine seltene, aber verheerende Erkrankung, die durch die Ablagerung von fehlgefalteten Proteinen als Aggregate im extrazellulären Gewebe des Körpers verursacht wird und zu einer Beeinträchtigung der Organfunktion führt. Es wurde erkannt, dass ungefähr 25 Proteine ​​Amyloidose verursachen, und dass das amyloidogene Protein die Grundlage für die derzeitige Klassifizierung ist. Es werden jedoch nur drei Amyloidoseformen im Herzmuskelgewebe gefunden: AA - Serum amyloid A, AL (Lambda and Kappa) und ATTR - Senile systemische (Herz-) Amyloidose. Eine Abklärung der Form der Amyloidose ist dringlich angeraten, da neben selteneren Formen zwischen AL-Amyloidose (z.B. bei Plasmozytom) und ATTR-Amyloidose unterschieden werden muss.

Die Endomyokardbiopsie spielt eine zentrale Rolle für die Verifizierung bzw. Subtypisierung der kardialen Amyloidose. Deren frühzeitige Diagnose und kardial ausgerichtete vielversprechende Therapieoptionen sind aktuell von großer Bedeutung und stehen zunehmend im Fokus von Studien. Im Falle einer kardialen Amyloidose zeigt sich eine regelmäßige Verteilung der Amyloidablagerungen, sodass das Risiko für einen „sampling error“ und damit einem falsch negativen Resultat als sehr gering einzustufen ist. Amyloid wird durch Kongorotfärbung nachgewiesen, welches unter polarisiertem Licht betrachtet eine typische apfelgrüne/gelborange Doppelbrechung aufweist.

Darüber hinaus ist für die Therapieauswahl die exakte Klassifikation des Amyloids entscheidend.  Diese kann durch immunhistochemische Färbungen mit hoher Sensitivität bereits in einem frühen Stadium der Erkrankung sicher erfolgen. Es gibt verlässliche Antikörper zum Nachweis der ATTR-, AL- und AA-Amyloidose, welche mehr als 99% der kardialen Amyloidosen ausmachen. Darüber hinaus hat sich eine zusätzliche Begleitentzündung als prognostisch relevant gezeigt.

Die immunhistochemische Typisierung des Amyloids kann über das IKDT beauftragt werden.

  • In der Biopsie sollte quantitativ die Amyloidlast bestimmt werden, da das bioptisch gesicherte Ausmaß der Amyloidose - vor allem bei der AL-Amyloidose - von entscheidender therapeutischer und prognostischer Bedeutung ist.
  • Im Falle des Nachweises einer ATTR Amyloidose sollte eine genetische Untersuchung folgen, um eine sog. Altersamyloidose vom Wildtyp von der hereditären Form unterscheiden zu können. Die Gendiagnostik erfolgt beim Prof. Röcken (Uniklinik Kiel) und kann bei der Vorlage der Einverständniserklärung des Patienten ebenfalls über das IKDT beauftragt werden.

Nachweis der Arrhythmogenen rechtsventrikulären Dysplasie (ARVC)

Genetisch bedingte arrhythmogene Herzmuskelerkrankungen, wie die arrhythmogene rechtsventrikuläre Dysplasie (ARVC), können mit Hilfe des immunhistologischen Nachweises des Expressionsprofils desmosomaler Proteine (Plakoglobin, Desmoplakin, Connexin), die im Falle einer ARVC vermindert exprimiert werden bzw. fehlen, diagnostiziert werden.